Dehio Brandenburg, 2012, S. 322 ff.

Turmlose dreischiffige Backsteinhalle von sechs Jochen und einschiffigem,
gerade geschlossenem Chor von drei Jochen, an dessen Nordseite ein
urspr. Kapellenanbau (Sakristei) von gleicher Länge und Höhe. In
bettelordenstypischer Randlage nordöstl. der Altstadt.
Chor, Nordanbau und Langhaus wohl bald nach 1270 beg. (1312 genannt),
das Langhaus vermutlich asymmetrisch zweischiffig, um mindestens ein
Joch kürzer und deutlich niedriger, eine angenommene Erweiterung im
14./15. Jh. noch ungeklärt. Nach der Reformation 1516–26 Umbau zur
Pfarrkirche mit jetzigem Hallenlanghaus sowie Erweiterung um das Westjoch
durch A. Lange. Umbau zur Garnisonkirche 1735/36 unter Chr. G.
Hedemann, Verstärkung der Pfeiler und Bögen des östl. Mittelschiffsjochs
(barocke Stuckierungen), wohl zur Aufnahme eines Glockenturms. Seit 1945
ungenutzt. 1966–75 Umgestaltung zur Konzerthalle, Entfernen der barocken
Ausstattung, Einbau von Bühne und Orgel im Westen, der Chornordanbau
(Sakristei) seitdem für Ausstellungszwecke unterteilt und 1988 nördl. ein
Funktionsgebäude angefügt.
Der dreijochige Chor noch mit ungegliederten Strebepfeilern, die an den
Ostecken die Wandfluchten fortsetzen. Das dreigeteilte östl. Maßwerkfenster
erneuert; der Ostgiebel mit verputzten Blenden und Fischgrätenverband und
mit dem wohl zunächst niedriger geplanten nördl. Anbau unter
gemeinsamem Satteldach von 1279 d. Die zweigeteilten Maßwerkfenster in
den Formen der Zeit um 1300 mit abgetreppter Laibung auch in der Ost- und
Nordwand des Chorseitenschiffs. Vom Erstbau die Nord- und nördl. Ostwand
des Langhauses einschließlich hoher Fenster und eines Treppenturms in der
Nordwestecke erhalten. Der Anschluss der urspr. an der Nordseite
gelegenen Klausurgebäude unklar. Im Süden und Westen die Strebepfeiler
nach innen gezogen, dadurch die Außenwände über Sockel aus
Mischmauerwerk und umlaufendem Sockelprofil aus Sandstein nur durch die
hohen schlanken dreigeteilten Fenster mit geputzten Gewänden gegliedert.
Die untere flachbogige Fensterreihe und die beiden symmetrisch
angeordneten Portale mit ihrer bossierten Umrahmung erst von dem Umbau
im 18. Jh., lediglich die spitzbogigen Sandsteingewände mit
Stabwerkprofilen älter; Bronzetüren 1970 von A. Schulz. Der mächtige
Westgiebel (1978 rest.) in weiß-roter Fassung mit kielbogigem
Blendrippenmuster, das auf obersächsische Vorbilder weist. Markant das
steile Satteldach von 1518 d, eines der größten mittelalterlichen Dachwerke
in der Mark. Innen. Der schlichte Chor mit urspr. Kreuzrippengewölbe,
ebenso im Nordanbau, dieser mit Wandnischen; im weiträumigen
Hallenlanghaus einheitliche, jochübergreifende, reiche Gewölbe auf
schlanken achteckigen Pfeilern. Ihr Sternnetzmuster zwar in der Tradition
märkischer Spätgotik, nicht landschaftstypisch jedoch die Art der
Rippenansätze an Pfeilern und Wänden sowie das scheinbare Fehlen der
Scheidbögen, wohl auf obersächsische Einflüsse zurückgehend. Florale
Gewölbemalerei des 16. Jh., freigelegt und 1970 rest. – Im Chor Sammlung
historischer Musikinstrumente aufgestellt. – An der Chorsüdwand
Doppelgrabplatte von Johannes Beyer (†1347) und Ehefrau, Sandstein,
ganzfigurige Darstellung in Ritzzeichnung. Außen am südöstl. Strebepfeiler
Inschriftgrabstein von Anna Welschen (†1625). – Südl. am Chor
Bronzeskulptur „Großes Martyrium“ (Den Opfern des Faschismus
gewidmet), 1977–79 von W. Förster.