Dehio Brandenburg, 2012, S. 703

Flachgedeckter Saalbau aus Backstein mit leicht eingezogenem, gerade
geschlossenem Chor, E. 15. Jh., später verändert. Über der Ostwand reicher
Pfeilergiebel mit gekuppelten Blenden. An der Chorsüdseite quadratische
Vorhalle mit Blendengiebel, erneuert. Vor der Westwand Holzturm von 1659.
Rest. 1893/94 und 1996–98.
Ungewöhnlich reiche Ausstattung. Im neugotischen Altaraufsatz von 1894
sieben qualitätvolle, polychromierte Alabasterreliefs englischer Provenienz,
vermutlich 2.H.15.Jh., mit z.T. vielfigurigen, bewegten Szenen in elegant-
höfischem Stil; zentral die Auferstehung Christi, flankiert von der Anbetung
der Könige und Christi Himmelfahrt, die beiden Johannes sowie, außen,
Verkündigung und Marienkrönung, jeweils unter filigranen
Maßwerkbaldachinen. An der Südwand Altaraufsatz von M. und J. Wernike
1607; im hermengerahmten Hauptbild Kreuzigungsszene, von Engeln
flankiert, unter schwerem Dreiecksgiebel. Kanzel 1604, mit reichen Intarsien
und Schnitzerei, Reliefs der vier Evangelisten in zeitgenössischer Tracht; die
beiden Hochreliefköpfe Luthers und Katharinas v. Bora abgeschlagen.
Prächtige achtseitige Holztaufe, dat. 1602, auf vier wappenhaltenden Löwen,
mit Hermenpilastern an den Ecken, in den Füllungen Personifikationen von
Sol, Luna und den fünf Planeten nach Stichvorlagen von H. Goltzius, im
achten Feld Engel mit Wappen und Signatur Mathes Wernike 1613. Am
hohen baldachinartigen Deckel acht Apostelfiguren, die Evangelisten sowie
Engelsköpfe. Rest. 1690. Geschnitztes Lesepult 1729. Das Gestühl mit
derber Schnitzerei an den Wangen, die letzten sechs Bänke dat. 1651, die
übrigen wohl um M.16.Jh.