Dehio Brandenburg, 2012, S. 679

Urspr. verputzter Backsteinbau mit fünfseitigem Ostschluss, vollendet 1712.
Der leicht eingezogene Westquerturm spätgotisch, Feldstein, Ecken und
Glockengeschoss in Backstein, Walmdach mit Dachreiter. Beidseits des
Schiffs rechteckige Anbauten mit Portalen, das nördl. mit Sandsteinrahmung,
bekrönt durch ovale, von Putten getragene Kartusche mit Allianzwappen der
Familien v. Bredow und Hünicken sowie Bauinschrift 1712.
Innen Flachdecke über hoher Voute, in der Deckenmitte vier Stuckmedaillons
mit Putten. Westempore, auf die Südseite übergreifend. – Die Ausstattung
ungewöhnlich aufwendig und qualitätvoll, gefertigt 1758–63 in reichen
Formen aus Holz mit Gipsfassung in Blau-Weiß-Gold; Beispiel für die
Übernahme hochbarocker Formen wohl niedersächsischer Prägung in eine
märkische Dorfkirche. Altarretabel von 1758 mit aufwendigem
Architekturaufbau und großen reich bewegten, aufeinander bezogenen
Einzelfiguren. Vor der Mittelzone Freiskulpturen der vier symboltragenden
Evangelisten; Altarblatt mit Gethsemaneszene, darüber Ruhmeskartusche
mit Fama-Engeln. Überreicher Aufsatz mit Trinitätsdarstellung, begleitet von
zwei allegorischen Freifiguren. Kanzel von 1760 mit prächtig geschweiftem
Korb, von bewegter Engelsfigur getragen. Auch Treppenaufgang und
Schalldeckel reich geschnitzt, dekoriert mit Akanthus, von Bandelwerk
durchzogen, ein Werk von großem Schwung. An der Nordwand
Patronatsloge von 1763, bestehend aus fünfteiliger unterer Loge mit feinem
Régenceschnitzwerk an der Brüstung und verglastem, sechsteiligem
Überbau auf Säulen, bekrönt von mittlerem Segmentgiebel mit kriegerischen
Emblemen. Das Pfarrgestühl in ähnlichen, aber architektonisch gefestigten
Formen. Kniender Taufengel aus Rackith (Sachsen-Anhalt), A.18.Jh. Im
nördl. Vorbau Sandsteingrabplatte für Charlotte Margarethe Stürmern
(†1755) mit Rokokodekor. Glocke 14.Jh.