Dehio Brandenburg, 2012, S. 1220 f.

Stattlicher, urspr. flachgedeckter spätromanischer Feldsteinquaderbau,
A.13.Jh.; einschiffig mit Chorquadrat und Apsis, querschiffartigen Annexen
mit Nebenapsiden sowie hohem Westturm. Die Kreuzform bei mehreren um
1200 entstandenen Stadt- und Burgwardkirchen am südöstl. Rand des
askanischen Herrschaftsgebiets zu finden. Sehr ähnlich Belzig; Wiesenburg
und Wusterwitz dagegen mit durchgehendem Querhaus. Untere
Mauerpartien von Chor und Hauptapsis aus kleinen Quadern, darüber
weniger sorgfältig bearbeitete größere Feldsteine. Durchgreifende
Wiederherstellung 1860–62 von Werner, dabei der südl. Kreuzarm
weitgehend neu aufgeführt, nördl. Apsis teilweise erneuert und Schiffsfenster
rundbogig vergrößert, gleichzeitig der Kreuzbogenfries aus Backstein. Im
15.Jh. die Apsis in Backstein erneuert mit drei zweiteiligen
Spitzbogenfenstern zwischen gleichartigen Blenden; Ansätze der
romanischen Fenster darunter erkennbar. Im nördl. Kreuzarm spitzbogiges
Backsteinportal aus der gleichen Zeit, darüber im Giebel rundbogige
Zwillings- und Drillingsblenden mit eingestellten Säulchen (1860 erneuert).
Westl. eindrucksvoller, im Innern dreizelliger, leicht aus der Flucht der
Schiffswände tretender Querturm von ungewöhnlicher Höhe (Giebel 1694
nach Beschädigung im Dreißigjährigen Krieg), im oberen Geschoss an den
Langseiten vier, an den Schmalseiten jeweils zwei Schallöffnungen, ihre
Doppelarkaden erneuert.
Innen Chor und Kreuzarme durch Rundbögen vom Schiff abgeteilt. Die
gratigen Gewölbe in Chor, nördl. Querhaus und Apsis wohl 17.Jh. Im Schiff
flache Holztonne von der historistischen Neuausstattung 1860, gleichzeitig
die Rippengewölbe des südl. Querhauses und die steinernen Emporen dort
und im Westen des Schiffs auf gemauerten Arkaden mit neuromanischen
Säulen. Glasmalereien 1898 und 1904 von F. Möller (Quedlinburg). – Im
südl. Kreuzarm aufgestellt ein qualitätvoller, gut erhaltener Doppelgrabstein
der Ritter Tilo und Ghereke Kothe († 1359 bzw. 1383), die gerüsteten
Verstorbenen in Ritzzeichnung unter Maßwerkarkaden mit Schwert und
Wappenschilden, umgeben von Majuskelumschrift. Zwei Glocken 13. bzw.
A.14.Jh.