Denkmaltopographie Elbe-Elster, Bd. 7.1, 1998, S. 181

1958-1960 erhielt die Stadt eine zentrale Wasserversorgung, für die 1959
auf der Nordseite der Leipziger Straße, an der Einmündung des Wilhelm-
Pieck-Rings, ein 37 Meter hoher Wasserturm errichtet wurde.
Stahlbetonskelettbau mit Ziegelwänden. Auf dem Dach die 1960 aufgesetzte
3m-Sternwartenkuppel.
Über quadratischem Grundriß aufgeführter, unterkellerter,
siebengeschossiger Wasserturm. Durch flache Betonvorlagen auf jeder
Seite in drei Wandfelder gegliedert. Ein Kranz kleiner Öffnungen betont das
Erdgeschoß und den Abschluß des Turmschafts. An der West- und Ostseite
pro Geschoß zwei Fenster im mittleren Wandfeld, auf der Südseite
zusätzlich je eine Fensterachse in den äußeren Wandfeldern. Der Turmkopf
mit dem Wasserbehälter durch schmalere Mauerwerksvorlagen auf jeder
Seite in sieben Wandabschnitte gegliedert. Die überstehende Deckplatte
bildet die Plattform für die kleine, in eine Kuppel eingehauste
Schulsternwarte. In den Etagen Büroräume.
Der Wasserturm ist nicht nur Zeugnis der Modernisierung der städtischen
Versorgungseinrichtungen, die auf seinem Dach aufgesetzte Sternwarte
unterstreicht die Bedeutung, die dem Unterrichtsfach Astronomie in der DDR
zu Beginn der 1960er Jahre im wissenschaftlichen Wettstreit der politischen
Systeme zugemessen wurde.
Literatur: Klaus Schmidt, So entstand in Herzberg eine Sternwarte, in:
Heimatkalender Herzberg, 1961/62, S. 41f.; Der Kreis Herzberg,
Heimatkundliche Materialsammlung, Herzberg 1964, 5.2 Die
Schulsternwarte.