Denkmaltopographie Elbe-Elster, Bd. 7.1, 1998, S. 204 f.
Östlich der Verbindungsstraße Hohenbucko-Schöna am Fließgraben
zwischen dem Quellgebiet in der Rochauer Heide und dem Lebuser Vorwerk
als eine von ursprünglich drei Wassermühlen bereits 1540 dargestellt. Im
ausgehenden 16. Jh. stand hier eine Mahl-, Walk- und eine Windmühle, als
Loch- oder Heidemühle bezeichnet. 1817 wurde eine Schneidemühle
hinzugebaut. Stillgelegt wurden 1947 die Ölmühle, Mitte der 1980er Jahre
das Sägewerk, ehemals Schneidemühle.
Die Gebäude stehen westlich eines unbefestigten Wegs, östlich davon
liegen zwei Teiche. Das auf der Nordseite teilunterkellerte Wohnhaus mit
integrierter Ölmühle wurde in der zweiten Hälfte 19. Jh. errichtet.
Zweigeschossiger Ziegelfachwerkbau unter rechtwinklig
zueinandergesetzten Satteldächern. Um 1900 Erdgeschoß massiv
unterfangen, später teilweise verputzt. Zwei Zugänge an der Seite, ein
Zugang rückwärtig. Im Erdgeschoß quer aufgeschlossen, Durchgangsflur
und Treppe mit Brettbalustern, wohl erstes Viertel 20. Jh., links große Stube,
dahinter Küche mit Durchgang zu den einstigen Mühlenräumen im südlichen
Teil des Hauses, rechts zwei Kammern. Im Obergeschoß ein Mittelflur und
seitlich abgehende Stuben und Kammern. Giebelstuben im Dachraum.
Einige bauzeitliche Türen und Fenster.
Links die alte Schneidemühle mit Wasserantrieb, wohl 1817 erbaut.
Bretterverschalter Fachwerkbau auf hohem Sockel aus Mischmauerwerk
und Satteldach. Giebelseitiger Zugang mit Toröffnung. Um 1900 Umstellung
des Antriebs vom Wasserrad auf eine Dampfmaschine. 1921 im Erdgeschoß
Einbau eines Horizontal-Einblattgatters der Firma A. Goede, Berlin. Den
Antrieb des Sägeblatts übernahmen Getriebe, Exzenter und Exzenterstange.
Die Schnitthöhenverstellung erfolgte manuell über parallele Doppelspindeln,
die im gusseisernen Rahmen lagern. Die Zuführung der bis zu neun m
langen Stämme übernahm ein massiver Schlitten, der über kleine Laufräder
und seitliche Führungsrollen auf Schienen läuft. Der Vorschub erfolgte über
ein einfaches Getriebe. Der Stamm wurde über seitliche Spannvorrichtungen
fixiert. Das zeitweilig stillgelegte Sägewerk arbeitete nach 1945 wieder, nach
Anschluß des Grundstücks an das Stromnetz über einen Elektromotor.
Stilllegung um 1985.
Südöstlich und südwestlich des gewundenen Wegs je eine Einfahrtsscheune
aus Fachwerk unter hohem Satteldach. Das linke Gebäude, Anfang 19. Jh.,
mit rechteckigen Lehmgefachen und Eckstreben. Giebel- und Traufseiten mit
Toreinfahrten und Remise. Das rechte Gebäude, zweite Hälfte 19. Jh., mit
Ziegelgefachen; Innengerüst mit Andreaskreuzverstrebung.
Seit dem Mittelalter bezeugter Mühlenstandort von regionalgeschichtlicher
Bedeutung. Das Mühlengehöft aus dem 19. und frühen 20. Jh. mit
repräsentativem Wohnhaus, Gattersäge sowie landwirtschaftlichen
Nebengebäuden und Resten des Mühlengrabens ist ein herausragendes
Zeugnis für einen großen Mühlenbetrieb.