Denkmaltopographie Brandenburg, Bd. 1.2, 1995, S. 121 f.

Ehemalige Parteischule des Zentralkomitees der SED. Heute
Brandenburgisches Oberlandesgericht. Erbaut 1954-56 durch die
Architekten O. Richter, H. Mebes und D. Just in der Tradition des
neoklassizistischen Stils der Stalinzeit. Das Gebäude steht auf dem Gelände
des ehemaligen Garnisonslazaretts und bildet den westlichen Abschluß des
Gertrud-Piter-Platzes.
Repräsentative Deiflügelanlage; dreigeschossiger Hauptflügel am Gertrud-
Piter-Platz und zweigeschossige Seitenflügel an der Magdeburger und der
Vereinsstraße, auf der Rückseite eine geräumige trapezförmige
Gartenanlage umschließend. Mittlerer Flügel mit Schaufassaden auf beiden
Seiten; diese jeweils gegliedert durch einen leicht aus der Mitte
verschobenen, pavillonartigen, fünfachsigen Risalit mit Walmdach, der über
dem genuteten Erdgeschoß eine Kolossalpilastergliederung aufweist. Auf
der dem Gertrud-Piter-Platz zugewandten Seite ist ihm ein dreiachsiger
Portikus mit Balustrade vorgelagert; unter dem Dach ein ornamentierter
Fries. Die architektonisch hervorgehobenen Teile (Portikus, Bandnutung und
Fenstereinfassungen im Risalit) in Werkstein, der übrige Bau verputzt.
Fassade belebt durch unterschiedliche Farbgebung des Erdgeschosses und
der Obergeschosse (rötlich und sandfarben), die Hervorhebung einzelner
Achsen durch weiße Putzstreifen und hohe Fenstertüren mit dekorativen
Gittern. An der Fassade zur Magdeburger Straße Reliefs (u.a.
Personifikationen von Wissenschaft, Kunst und Landwirtschaft). Der
Hauptflügel von einem langen Mittelflur erschlossen; auf beiden Seiten
Büroräume. Im Mittelrisalit die Eingangshalle, in den oberen Geschossen
hier ursprünglich der Durchgangsflur zu einer geräumigen Halle erweitert
(heute in Büroräume unterteilt). Das schlichte Treppenhaus seitlich von der
Eingangshalle, nach außen nicht gekennzeichnet. Im Obergeschoß des
südlichen Seitenflügels, außen durch die hohen Fenster ablesbar, großer
Saal mit Parkettboden und Stuckdecke. Ein weiterer Saal, ebenfalls mit
Parkettboden und Stuckdecke, befindet sich im Erdgeschoß des nördlichen
Seitenflügels an der Magdeburger Straße.
Einziges markantes Beispiel eines Repräsentationsbaus in Formen der
Stalinzeit in Brandenburg. Anlehnung an klassizistische und barocke
Herrschaftsarchitektur (Dreiflügelanlage mit Mittelrisalit, Kolossalpilaster,
Blendbalustrade, Säulenportikus), jedoch abgewandelt durch die leichte
Asymmetrie.