Denkmaltopographie Barnim, Bd. 5.1, 1997, S. 127 ff.
Die Kirche erhebt sich auf dem Grundstück unmittelbar westlich der
ehemaligen Forstakademie. Ursprünglich erstreckte sich hier der zum
Schicklerschen Anwesen gehörige Garten. Zur Gründung einer katholischen
Gemeinde kam es in Eberswalde 1851, nachdem sich die Zahl der
Katholiken durch die Etablierung der forstlichen Lehranstalt und die
beginnende Industrialisierung merklich erhöht hatte. Noch im selben Jahr
erwarb die Gemeinde das heutige Grundstück an der Schicklerstraße und
ließ darauf ein Missionshaus errichten. 1858 wurde die Mission zur
Hauptpfarrei für den gesamten Ober- und Niederbarnim erhoben. Schon bald
suchte man, diesem Status durch Errichtung eines repräsentativen
Gotteshauses gerecht zu werden. Den Auftrag zur Ausarbeitung
entsprechender Pläne erhielt der Kölner Kirchenbaurat Vincenz Statz. Die
Bauarbeiten begannen 1876 unter der Leitung des Berliner Architekten
Ledewag; am 8. 11. 1877 erfolgte die Weihe. Ende des Zweiten Weltkriegs
erlitt die Kirche erhebliche Beschädigungen. Bei der Wiederherstellung ist u.
a. der Turmaufbau stark vereinfacht worden. 1968-73 kam es zur
Neugestaltung des Kircheninnern. 1995 begannen umfangreiche
Sanierungsarbeiten.
Relativ kleiner neogotischer Sakralbau aus rotem Sichtziegelmauerwerk. Der
Grundriß angelegt in Form eines griechischen Kreuzes; zwischen den Armen
zusätzlich niedrige Eckbauten. An der Ostseite Chor in 5/8-Schluß, im
Westen Turm über quadratischem Grundriß. Das äußere Erscheinungsbild
geprägt durch Strebepfeiler, spitzbogige Fenster und Blendbögen sowie
durch Ziegelfriese und Maßwerkrosetten. Als Abschluß schiefergedecktes
Kreuzdach. Turmaufsatz ursprünglich mit reich geschmückten Schildgiebeln
und bekrönender Laterne; 1963 einfach ersetzt. An der Westseite
spitzbogiges Hauptportal mit profiliertem Gewände; die figürlich gestaltete
Bronzetür um 1970 entstanden. Das südliche Nebenportal nachträglich
zugesetzt. Im Innern die Kreuzarme, die Eckkompartimente und der Chor von
Kreuzrippengewölben überfangen. Von der einstigen Innenraumgestaltung
bis auf jüngst freigelegte Reste der originalen Wandfassung nichts erhalten.
Seit ihrer Errichtung ist die Kirche unverändert Mittelpunkt des katholischen
Gemeindelebens der Stadt und der umliegenden Region. Sie besitzt
Bedeutung als Beispiel des zeitgenössischen neogotischen Kirchenbaus und
als Werk eines der Hauptvertreter dieser Stilrichtung. Im Schaffen des
Architekten Statz zählt sie zu den wenigen Kirchen, die unter Bezugnahme
auf regionale Traditionen in Ziegelmauerwerk ausgeführt wurden.
Literatur: Statz 1878, S. 33/34 sowie Tafel 10-12; Schmidt, Geschichte, Bd.
2, S. 262-264