Dehio Brandenburg, 2012, S. 109

Spätgotischer Saalbau aus grob gefügtem Feldsteinmauerwerk,15.Jh.; um
1700 mit dreiseitigem Ostschluss und Stichbogenfenstern erneuert. 1750
erweitert um niedrigere, querhausartige Nord- und Südloge. Letztere sowie
westl. Fachwerkdachturm mit massiver Westwand und Längssatteldach von
1836 umfassend rest. 1997/98; 2006–08 Innenraum und Ausstattung rest.
Innen flache Putzdecke; an der Nord- und Südwand kurze zweigeschossige
Emporen, westl. breitere Orgelempore, ins Schiff vorschwingend, an den
Brüstungen gemalte Spruchkartuschen und musizierende Engel.
Ausstattung. Altaraufsatz aus Sandstein, 2.H. 17.Jh., in der Ornamentik dem
Rollwerkstil, in der Darstellung dem Frühbarock verbunden. Datum 1730 am
Aufsatz bezieht sich auf Instandsetzung durch Caspar Sigismund v. Langen,
dabei vielleicht die oberen Wangen ergänzt. Zweigeschossiger Aufbau,
jeweils mit Doppelsäulenstellung, reiches ikonographisches Programm: inder
Predella gemalte Abendmahlsszene flankiert von den Reliefs der
Verkündigung und Geburt Christi, im Hauptfeld gemalte Kreuzigungsszene
(das vollplastische Kruzifix fehlt), darüber Grablegung, seitlich in den
säulengerahmten Nischen Gethsemaneszene und Kreuztragung. AlsAufsatz
Rollwerkkartusche mit Jüngstem Gericht, flankiert von Freifiguren der Caritas
und Fides und bekrönt von Trinitätssymbol in Strahlenglorie (barock). Die
Schnitzfiguren von Moses und einem Evangelisten in den Rollwerkwangen
wohl später (z.Z. geborgen). Kanzel mit Aufgang und anschließendem ev.
Beichtstuhl, A.18.Jh., 2008 rest., reich mit Akanthusschnitzwerk verziert; in
den Füllungen des Korbs gemalt die Evangelisten, am Aufgang Szenen aus
Büchern der Propheten Jesaias, Jeremias, Ezechiel und Daniel, am
Beichtstuhl Nathan vor König David sowie das Gleichnis vom verlorenen
Sohn, an der Kanzelrückwand Salvatorbildnis. Schalldeckel mit
Allianzwappen, ehem. bekrönt von Pelikan, an der Unterseite die Taube des
Heiligen Geistes, alles vor gemalter Vorhangrahmung. Sandsteintaufe in
Kelchform, wohl gleichzeitig mit dem Altaraufsatz und aus derselben
Werkstatt; oktogonales Becken mit Schriftkartuschen und Wappen auf
rundem, mit Fruchtgehängen und Puttenköpfen verziertem Fuß, 1730
überarbeitet und neu dat., 2008 konserviert. Gestühl vor der südl.
Patronatsloge M. 17. Jh., in den Brüstungsfeldern gemalte Apostelpaare, um
1730. Bemaltes Kastengestühl 1.H. 18.Jh. Zwei lebensgroße
Sandsteinskulpturen, seitlich vor dem Altar; in ewiger Anbetung kniend in
einer Tracht des frühen 17.Jh., angeblich ein Herr v. Wolfersdorff und dessen
Frau, hier erst wieder vermutlich in den 1930er Jahren aufgestellt, vermutlich
Stifterfiguren. Hinter dem Altar an den Wänden des Chorpolygons die
Bildnisse des Caspar Sigismund v. Langen und seiner Frau Anna Eleonora,
geb. v. Stutterheim, gerahmt von ionischen Säulen mit Gebälk vor gemalter
Draperie, um 1730, wohl Stifterdarstellungen. Bildnis eines Pfarrers, M.18.Jh.
Totenkronentafel für Tochter (†1744) des Pfarrers Oelsel, 2008 rest.