Dehio Brandenburg, 2012, S. 364 f.

Uneinheitliche Vierflügelanlage der Renaissance um einen fast
quadratischen Innenhof. Erste urkundliche Erwähnung 1301, eine
Wasserburg vermutlich schon im 13.Jh. vorhanden, seit dem 14.Jh. Sitz einer
Niederlausitzer Standesherrschaft. – Die ältesten im Aufgehenden
erhaltenen Teile im Ostflügel erhalten; zwei sich noch am Außenbau
abzeichnende, urspr. getrennt stehende Wohnbauten, im späteren 15.Jh.
zusammengezogen, nach Übernahme durch die Familie v. Minckwitz A. 16.
Jh. zu einem Baukörper unter einheitlichem Dach zusammengefasst
(Dachwerk 1524 d), das Backsteinkranzgesims aus Formsteinen und der
südwestl. Ziergiebel mit Eselsrücken und Fialen außen erkennbar, das
nordwestl. Pendant im Dach erhalten. – Ausbau zur Vierflügelanlage nach
1560 (Dachwerk des Nordflügels 1562d) unter Einbeziehung der Wehrmauer
mit zwei westl. runden Wehrtürmen und der ehem. wohl freistehenden
Kapelle auf der Südseite. Damals der die Ostfassade beherrschende mittlere
quadratische Torturm ausgebaut (der alte Eingang weiter nördlich), hoher
oktogonaler Fachwerkaufsatz und Laterne 1752. Die Nordfassade mit zwei
turmartigen, von Stufengiebeln der Spätrenaissance geschmückten
zweiachsigen Rechteckbauten, zwischen ihnen ein Altan auf hoher,
zweijochiger Arkade. Der Südflügel zweigeschossig zwischen den
dreigeschossigen West- und Ostflügel eingespannt. – Nach schweren
Beschädigungen im Dreißigjährigen Krieg erste Instandsetzungen 2.H.17.Jh.,
planmäßig jedoch erst nach 1697, als die Grafen v. Promnitz das Schloss
und die Herrschaft erwarben; Wiederherstellung der Innenräume und
Vereinheitlichung der Flügel; der zwischen wuchtige Rundtürme
eingespannte Westflügel vermutlich erst 1737 ausgebaut mit regelmäßig
angeordneten Fenstern. Nach 1877 weitere Umgestaltung der Innenräume in
vielfältig historistischen Formen für die Bremer Reederfamilie Wätjen. Rest.
1994–2007 mit Umbau zum Hotel. – Im Hof kreuzgratgewölbter Laubengang
vor dem Südflügel, A.18.Jh., A.19.Jh. zugesetzt. Der urspr. neben der
Durchfahrt stehende Renaissancebrunnen jetzt an der Brücke zum Ostflügel.
Innen in den Erdgeschossräumen noch größtenteils die urspr. Gewölbe
erhalten: Tonnen-, Rippen-, Grat- und Zellengewölbe. Im Obergeschoss des
Ostflügels ehem. große Halle mit schwerer Balkendecke über profiliertem
Unterzug (um 1527), im 19. Jh. umgestaltet und unterteilt. – In der Mitte des
Südflügels die langgestreckte ehem. Kapelle mit dreiseitigem Ostschluss und
Zellengewölbe, ein weiteres im Vorraum zum Gartensaal im Südostturm. –
Im Obergeschoss Stuckdecken um 1700 mit dem Promnitzschen Wappen.
Im Südwestturm Goldener Saal, E.19.Jh.