Dehio Brandenburg, 2012, S. 826 ff.

Bedeutendster spätromantischer Sakralbau Potsdams, 1867–68 von W.
Salzenberg auf Grundlage eines Stüler-Entwurfs von 1856 in den Formen
des auf italienische frühchristliche und romanische Vorbilder rekurrierenden
Rundbogenstils. – Aufwendiger Zentralbau aus Backstein von der Form
eines griechischen Kreuzes mit verkürzten Kreuzarmen und abgeschrägten
Ecken. Die Ostapsis mit kleeblattförmigen Exedren eine durch die Hagia
Sophia inspirierte Änderung Salzenbergs, ebenso der hohe, von Vorhallen
flankierte Westturm – Zitat von San Zeno in Verona – in der Sichtachse der
Brandenburger Straße anstelle der urspr. geplanten Doppelturmfront. Die
reiche Außengliederung mit dem charakteristischen Motiv der unter dem
Dachgesims umlaufenden Zwerggalerie bei der Rest. 1979 z.T. vergröbert.
Über dem Hauptportal Figuren der thronenden Madonna zwischen Petrus
und Paulus von F.A. Jungermann.
Innen. Prächtiger Zentralraum unter leicht dachartig ansteigenden
Holzbalkendecken, durch mächtige Bögen begrenzt, an ihren Pfeilern große
Nischenfiguren der Evangelisten (F.A. Jungermann). In den Kreuzarmen
Säulenemporen in der Art von S. Marco in Venedig. In der Apsis
byzantinisierende Malereien auf Goldgrund, 1870 vom Cornelius-Schüler P.
Stankiewicz. In der Exedra im Chorscheitel die Titelheiligen mit Markus und
Lukas, ganzfigurig zwischen Palmen gereiht, in der Kalotte darüber Christus
Pantokrator zwischen den Evangelistensymbolen. An entsprechender Stelle
in den seitlichen Exedren je zwei der Kirchenältesten, bzw. in den Kalotten
Maria (Nord) und Joseph (Süd). In der Hauptkalotte über schwebenden
Engeln der segnende Gottvater. Im Chorscheitelfenster Taube des Heiligen
Geistes, urspr. Glasmalerei, 1949 durch Gemälde ersetzt. – Tabernakelaltar,
Kanzel und Orgel 1869 von W. Salzenberg in italianisierenden Formen. Die
Altäre der Nebenkonchen 1950 entfernt, der Hochaltar vereinfacht. Drei
Altarblätter von A. Pesne aus dem 1738 geweihten Vorläuferbau; Christus
am Ölberg, ehem. Hauptaltar, sign. und dat. 1738, ferner Schutzengel und
der hl. Dominikus empfängt den Rosenkranz aus den Händen Mariä, beide
sign. und dat. 1739. Bewegte Kreuzgruppe, zusammengestellt 1926, der
ausdrucksstarke Kruzifixus wohl E. 17. Jh., flankiert von trauernder Maria, 18.
Jh. und einer knienden Maria Magdalena, sign. und dat. 1763 von J. P.
Benckert.