Dehio Brandenburg, 2012, S. 884 ff.

Römische Bäder. Nordöstl. am Ufer des Maschinenteichs gelegene
Dependance von Charlottenhof in Art eines italienischen Landhauses,
umgeben von regelmäßigen Gartenanlagen mit Fontänen. – Erste
Zeichnungen bereits 1826 von Schinkel im Zusammenhang mit dem Umbau
von Charlottenhof. Planung und Ausführung durch Persius unter
Modifizierung der Schinkelschen Entwürfe, z. T. nach Ideenskizzen von
Kronprinz Friedrich Wilhelm (IV.), angeregt von dessen Reiseeindrücken
1828 in Italien. Im gleichen Jahr beg. als Hofgärtnerhaus mit Wohnungen für
Gäste und Bedienstete, bis 1840 sukzessiv zu einem vielgestaltigen,
malerischen Komplex erweitert, zuletzt um das dann namengebende
Römische Bad.
Römisches Bad. 1834–40 von Persius der 1833 von Schinkel entworfenen
Arkadenhalle auf der Nordseite des Gartenhofs rückwärtig angefügt.
Asymmetrische, im pompejanischen Stil ausgemalte und ausgestattete
Raumgruppe, entworfen unter dem Eindruck zeitgenössischer, auch durch
Ausgrabungen in Pompeji angeregter Rekonstruktionsversuche antiker
Villenanlagen. Malerische Ausgestaltung nach Entwürfen von Schinkel und
Persius mit großen Unterbrechungen bis nach 1855 durch B. Rosendahl
sowie A. Eichhorn und K. Lompeck. Zahlreiche Antikenkopien und
zeitgenössische Skulpturen; Möbel von Schinkel, vornehmlich Gusseisen. –
Sog. Atrium, Vorraum, in den Wandfeldern italienische
Phantasielandschaften, 1851/53 nach Skizzen Friedrich Wilhelms IV. –
Dahinter in der Hauptachse das sog. Impluvium mit quadratischem
Wasserbecken sowie dreikonchiges Apodyterium (Auskleideraum). Seitlich
Caldarium, das Gebälk der Oberlichtapside getragen von vier großen
Karyatiden nach Vorbildern der vatikanischen Sammlungen und der Villa
Albani bei Rom, urspr. aus Zinkguss (jetzt Winzerhaus, Gregor-Mendel-Str.
25), 1845 durch Marmorkopien von T. Lazzerini ersetzt. Im Fußboden drei
Fliesengemälde eingelassen, Kopien nach Mosaiken aus der Casa del
Fauno in Pompeji, darunter das berühmte Alexandermosaik (1992 zur Rest.
entfernt).