Dehio Brandenburg, 2012, S. 964
Ev. Dorfkirche, sog. Flachskirche. Im Schlosspark gelegener, im Kern
mittelalterlicher Rechteckbau. Urspr. vermutlich von Gräben umgebene
Wehrkirche, 1726 erneuert als Schloss- und Dorfkirche mit nördl.
Seitenschiff, Sakristei und mächtigem Westturm. Rest. um 1995 beg.
Außen zeichnet sich unter Putzresten Backsteinmauerwerk auf
unregelmäßigem Feldsteinsockel ab, vermauerte gotische Fenster und
Portale in den Seitenwänden. Große Rundbogenfenster und Mansarddach
aus der Umbauzeit. Der quadratische Westturm mit Geschossgesimsen und
Eckeinfassung im hohen Obergeschoss ins Oktogon überführt; gepaarte
Schallöffnungen, Haube und Laterne. Über dem Westportal große, von
Löwen gehaltene Wappenkartusche auf schmalen Pilastern.
Innen flache Putzdecke mit Stuckaturen: geschweifter mittlerer Stuckrahmen,
Eck- und Mittelmuscheln. Zum nördl. Seitenschiff drei stichbogige Achsen. –
Qualitätvoller Kanzelaltar 1726 dat. und sign. F. G. Adler aus Dresden,
Sandstein, Marmor imitiert und gefasst. Große Ädikula mit seitlichen
Doppelpilastern und Sprenggiebel. Am geschweiften Kanzelkorb
Abendmahlsrelief und Wappen, darüber gebälkteilendes Kruzifix. Im
Sprenggiebel Gottesauge. An der Südwand zwei Wandepitaphien: für
Johann Gerhard Droste (†1726), Erbherr auf Reddern, Sarkophag aus
Sandstein mit Porträtbüste gerahmt von Wappen und Kriegsemblemen; für
seine Tochter Johanna Eberhardine Erdmuthe Droste († 1752), Sarkophag
aus Sandstein, darüber bekrönende Fides mit Palmenstamm; beide in Rest.