Dehio Brandenburg, 2012, S. 982 f.

Spätromanischer Feldsteinquaderbau in der typischen Staffelung aus
Westquerturm, Schiff und eingezogenem quadratischen Chor mit Ostapsis;
die überlieferten Baudaten 1192–1204 wohl auf einen Vorläufer zu beziehen
(Rüsthölzer 1178 und 1179d). Der Beginn des stehenden Baus stilistisch
eher um 1220/30 einzuordnen; mit Apsis und Chor beg., der Westturm
E.13.Jh. vorgeblendet. Rest. 1958–62 unter Rückführung auf die
spätromanische Gestalt und Entfernung der jüngeren Ausstattung (s.
Werben). – Eckeinfassungen und Gliederungselemente aus
Raseneisenstein: Auf der Südseite zwei Rundbogenportale mit profilierten
Kämpfern, westl. stumpfspitzbogiges Stufenportal mit Wulstkämpfern sowie
Rundbogenfries auf Konsolen an der Apsis. Die rundbogigen Chor- und
Apsisfenster unverändert, die übrigen rekonstruiert. Am mittleren
Apsisfenster Schiffskehlenauslauf und Nagelkopfrosetten. Der Westturm bis
auf Portal und Rundbogenöffnung in Firsthöhe des Schiffs ungegliedert; das
etwas jüngere Glockengeschoss dagegen ungewöhnlich reich gestaltet durch
gereihte Spitzbogenblenden, z. T. mit gepaarten Schallöffnungen und
mittlerem Säulchen diese mit zwei Kopfreliefs aus Raseneisenstein, sowie
Nischen. Die Öffnungen in den Giebeln unter dem quergerichteten
Satteldach von 1902.
Innen moderne Balkendecke, in der Apsis Halbkuppel. Am leicht
spitzbogigen Triumph- und am Apsisbogen die urspr. Kämpfer erhalten.
Sakramentsnische des 14.Jh. an der Nordseite der Apsis; Backsteinrahmung
mit giebelförmigem Abschluss, dieser mit angedeuteten Krabben.
Mittelalterlicher Backsteinschmuckfußboden im Chor mit zahlreichen
dekorativen Flachreliefs. Umfangreiche Reste spätgotischer Wandmalerei in
den Ostteilen, meist sp.15.Jh., zu einer Werkgruppe der Kirchen in Briesen,
Beesdau, Drahnsdorf, Schönfeld und Goßmar gehörend; 1958–62 z. T.
freigelegt und rest., erneut seit 2007. In der Apsiskalotte Darstellung des
Weltgerichts, zwischen den Apsisfenstern wohl Apostel Philippus und Judas
Thaddäus. An der Chorsüdwand Reste von Feldern mit szenischen
Darstellungen der Sieben Todsünden, darüber Schriftband; an Apsis- und
Chorbogen Rankenmalerei. An der östl. Nordwand des Schiffs
Heiligendarstellungen: Johannes, Barbara, Anna Selbdritt, anschließend an
der östl. Schiffswand Heiliger mit Palmzweig, Andreas und Thomas, an der
südl. Ostwand Reste einer monumentalen, vielfigurigen
Kreuzigungsdarstellung, an der Südwand große Darstellung der
Georgslegende und hl. Laurentius, Weihekreuze.
Ausstattung. In der Apsis die frühgotische Mensa aus Raseneisenstein,
darauf kleines spätgotisches Kruzifix. Vor dem Triumphbogen ebenfalls auf
mittelalterlichem Stipes spätgotischer Schnitzaltar gegen 1500, 1998–2002
konserviert.; in der Predella die hl. Katharina zwischen je zwei Figuren, links
Paulus und Judas Thaddäus, rechts Stephanus und Augustinus; im
Mittelschrein Anna selbdritt zwischen Barbara und Margareta, in den Flügeln
zweizonig übereinander die Anbetung der Könige sowie dreimal zwei Heilige;
auf den Flügelaußenseiten gemalt die Verkündigung. Im dünnen Gesprenge
der Gekreuzigte zwischen Maria und Johannes (um 1400), als Bekrönung
der Auferstandene. Großer romanischer Taufstein mit gedrungener runder
Kuppa, aus Crinitz. Mittelalterliches Lesepult. In der Südwestecke barocker
Pastorenstuhl mit vergittertem Aufsatz (weitere Ausstattungsstücke jetzt in
Werben).
Breites spätgotisches Friedhofsportal aus Feldsteinen.